Baby | Baby Life

Alles Brei, oder was?

1. Februar 2018
Beikosteinführung_Brei und Trinkflasche

Wie wir unser Baby vom Stillen zum Mitessen begleiten

Viele Wege führen nach Rom, so heißt es in einem bekannten Sprichwort. Und genauso ist es. Es gibt viele Wege, die man gehen kann, um letztlich ein und dasselbe Ziel zu erreichen. DEN richtigen kann man, wenn überhaupt, nur schwerlich ausmachen. Und so möchte ich heute auch nicht über den absoluten Weg berichten, sondern über unseren Weg. Unseren Weg unseren Sohn vom reinen Stillen zum Mitessen zu begleiten.

Bereits vor einigen Tagen habe ich euch eine kleine allgemeine Übersicht über mögliche Wege, euer Baby langsam vom Stillbaby zum Mitesser werden zu lassen, berichtet. Der eine möchte möglichst lang voll stillen, der andere beginnt mit Brei und geht erst dann zur festen Nahrung über, wenn genügend Zähne da sind oder ein gewisses Alter erreicht ist, wiederum andere lassen den Brei gänzlich weg und beginnen direkt mit fester Nahrung, also nutzt die bekannte BLW-Methode. Solltet ihr noch unsicher sein, könnt ihr eure Hebamme oder den Kinderarzt ansprechen und euch von diesen Instanzen beraten lassen, wie ihr vorgehen könnt. Wir haben davon abgesehen, da wir es ganz nach unserem Bauchgefühl gestalten und uns von niemandem verunsichern lassen wollten. Dafür habe ich mich Belesen und Vorwissen durch Freunde mit kleinen Kindern abgerufen, um nicht völlig planlos loszulegen (und uns die Option, bei Hebamme oder Kinderärztin Rat einzuholen, natürlich offengehalten).

Und wie machen wir es nun mit dem Essen?

Wir mischen einfach alles zusammen, rühren kräftig um und zack, haben wir den für uns besten Weg. Wie das, fragt ihr euch? Nun, wir haben uns von Anfang an gesagt, dass unser Kleiner so lange, wie möglich, voll gestillt werden soll und wir erst mit Nahrung beginnen, wenn er uns anzeigt, dass er bereit ist. Anfang Dezember letzten Jahres, der Kleine war etwas über 4 Monate alt, begann er verstärkt mit seinem Blick unseren Gabeln oder Löffel vom Teller zum Mund und zurück zu folgen. Anfangs schmunzelten wir, war es doch wirklich niedlich anzuschauen. Aber zunehmend hatten wir das Gefühl, er wollte auch mal kosten. Als Ziel setzten wir uns sein 5-monatiges. Bis dahin wollten wir abwarten und dann langsam mit etwas Gemüsebrei starten. Soweit, so gut.

Der erste Karottenbrei

Eine Woche vorher, es war das dritte Adventswochenende, da gab es dann einfach kein Halten mehr. Wir beobachteten nun seit nahezu drei Wochen sein steigendes Interesse an unserem Essen bzw. unserer Handlung während der Mahlzeiten und wollten es ihm nun nicht mehr länger vorenthalten. So starteten wir zunächst ganz klassisch mit Karottenbrei, den ich – ganz die vorbildliche Mama – selbstgekocht habe. Tja, und was soll ich sagen, mein kleiner Mann war zunächst so semi begeistert. Er öffnete zwar direkt die Schnute, als der Löffel kam, denn diese Handlung kennt er bereits (er bekommt seit seiner Geburt die tägliche Vitamin D – Tablette auf einem Löffel in etwas Tee aufgelöst und kann daher schon prima mit dem Löffel umgehen), aber anfangs war der Geschmack und/oder die Konsistenz absolut nicht seins. Aber nicht gleich verunsichern lassen – das ist absolut nicht ungewöhnlich. Vielen Babys geht es so, denn sowohl die Textur, als auch der neue Geschmack sind Dinge, an die sich euer Baby erst gewöhnen muss.

Ebenso etwas holprig war das Trinken aus der Flasche. Als reines Stillkind war es ihm wohl einfach nicht so vertraut und so wies er die Flasche anfangs immer wieder ab. Aber mit der Zeit wurde auch das besser und inzwischen trinkt er wunderbar daraus. Im Übrigen habe ich erst später gelesen, dass Stillkinder im Idealfall gar nicht erst die Flasche, sondern gleich einen Trinklernbecher nutzen sollen (etwa diesen – haben wir auch schon hier, aber noch nicht wirklich in Benutzung -, diesen oder diesen). So kann man sich selbst die Umgewöhnung ersparen.) Nun gut, wir haben nun mit der Flasche begonnen. Aber wie ich unseren Wurm kenne, wird er auch den Umstieg auf den Trinklernbecher bzw. einen normalen Trinkbecher später gut meistern…

Von wegen 2, 3 Löffel

Nach drei Tagen Schnute ziehen (aber auch immer wieder ein paar Mal öffnen 😉 ) überlegte ich, es mit einem anderen Gemüse zu versuchen und startete mit Pastinake einen neuen Versuch, ohne zu wissen, dass diese in der Tat viel eher von Babys angenommen wird. Und siehe da, mein Kleiner spachtelte, was das Zeug hielt. So gab es also die kommenden Tage einmal täglich rund 100 Gramm Pastinake. Mal schaffte er alles, mal ließ er ein paar Löffelchen über (von wegen, die ersten Tage wird mit 2, 3 Löffeln gestartet…).

Über die Weihnachtsfeiertage nahm ich zur Pastinake auch wieder etwas Karottenbrei hinzu und durfte feststellen, dass die anfängliche Abneigung einer wahrlichen Vorliebe gewichen ist. Unser Sohn aß nun also mit Genuss sowohl Pastinake als auch Karotte (aber beides jeweils separat, nicht vermengt, um zunächst die einzelnen Geschmacksrichtungen zu erkennen). Da ich an einem Tag nichts Vorgekochtes mehr hatte, gab es dann das erste Gläschen: reiner Kürbis von Hipp. Und auch das wurde in Null Komma nichts aufgegessen.

Beikosteinführung_zweierlei Brei - Karotte und Pastinake

Von Anfang an dabei

Im Übrigen von Anfang an dabei: feste Nahrung. Genauer genommen, kam die noch vor dem Brei zum Tragen. Denn Mitte Dezember begannen wir damit, dem Kleinen am Wochenende erbsengroße Bröckchen unseres Brötchen-Inlets anzubieten, die er sofort annahm. Und was soll ich sagen, er begann direkt mit Kaubewegungen (niedlich zu beobachten, so ganz ohne Zähne). Ob das nun jedes Baby macht, weiß ich nicht. Sollte eures das nicht tun, macht euch keinen Kopf. Das wird mit der Zeit von sicher ganz allein dazukommen, da bin ich mir sicher. Spätestens, wenn die ersten Zähnchen da sind.

Neues Jahr – weiter geht’s

Als wir im neuen Jahr wieder nach Hause kamen, beschlossen mein Mann und ich aufgrund eines essfreudigen Babys nach wenigen Tagen, dass es nun wohl Zeit ist, die Breigabe auf eine nächste Stufe zu heben und so führten wir zunächst die Kartoffel ein. Gemixt mit Karotte oder Pastinake wurde nun also ein gehaltvollerer Brei angeboten und mit großem Genuss von unserem Baby angenommen. Über knapp zwei Wochen blieben wir bei der leckeren Knolle. Um für etwas Abwechslung in der Breischale zu sorgen, mixten wie auch mal Kürbis, Fenchel oder Zucchini darunter. Immer angereichert mit etwas Fett – entweder in Form des bekannten Rapsöls oder in Form von etwas Butter.

In Sachen Rapsöl kaufte ich allerdings nicht die „Baby“-Variante, sondern das klassische Bio-Rapsöl der DM-Bio-Eigenmarke. Doppelt so viel Inhalt für weniger Geld. Und das ist völlig in Ordnung, denn es ist nichts anderes in der Flasche, als in denen, die ihr in der Babynahrungs-Abteilung findet. Es ist ebenfalls streng kontrolliert und genauso in Bioqualität. Und wie kommt es zur Butter, fragt ihr euch? Das hat einen einfachen Hintergrund. Die regelmäßige Gabe vom gelben Gold soll das Allergierisiko senken. Und so switschen wir immer mal zwischen dem einen und dem anderen Fett. Hat auch gleichzeitig den Vorteil, dass der kleine Körper unterschiedliche Geschmäcker, aber eben auch wieder unterschiedliche Inhaltsstoffe angeboten bekommt.

Alles Fleisch oder was?

Nein, bei uns nicht. Fleisch gibt es bei uns nicht in Breiform. Wir haben uns von Anfang an gesagt, dass unser kleiner Sonnenschein nur das in pürierter Form gefüttert bekommt, was auch wir Großen derart essen würden. Und da wir ebenfalls keine Mittagsmenüs (z.B. Kartoffel-Karotte-Rindfleisch) aus einem Guss essen würden, gibt es das auch für unseren Sohn nicht. Wer nun aufschreien möchte, er bräuchte es doch aber wegen des Eisens, der sei beruhigt. Er bekommt dafür andere Quellen. Hafer- oder Hirseflocken etwa, Rote Bete oder Nüsse. Und da wir ihn ja parallel mit der BLW-Methode ans Essen heranführen, wird es nicht mehr lang dauern, bis er seine ersten Fleisch-Häppchen vor sich hat. Ich denke, ich werde dann das Fleisch (in Bio-Qualität) etwas im Multizerkleinerer zerkleinern und ihm wie eine Boulette (Fleischpflanzerl oder auch Frikadelle) anbieten. Vorab aber wird er demnächst jedoch sein erstes Mal Fisch bekommen. Denn dieser ist bekanntlich von sich aus schön weich und sollte für ihn in kleinen Mengen gut essbar sein. Wäre also auch für die wichtigen Omega-Fettsäuren gesorgt!

Tja, und dann sind wir gespannt, wie er diesen neuen tierischen Produkten (Fleisch und Fisch) gegenübersteht. Denn da wir, Lars und ich, beide zwar selten, wenn dann aber mit Genuss gern (gutes) Fleisch essen, soll natürlich auch unser Bub das Angebot geschaffen bekommen. Und dann kann er ganz allein entscheiden, ob er das mag oder eben nicht. Gezwungen wird hier jedenfalls niemand.

Kleine Snacks für zwischendurch

Wie ich ja nun schon an der einen oder anderen Stelle erwähnt habe, mixen wir die klassische Breikost mit der BLW-Methode. Daher bekommt unser Sohn seit etwa Mitte Januar (wir gaben bereits etwa eine Woche Kartoffel-Gemüse-Breis) zwischendurch ein paar Hirse-Kringel von Hipp als Snack angeboten. Der Vorteil dieser Knusperstangen: Sie sind zucker- und salzfrei und werden im Babymund ruckzuck weich, was die Wahrscheinlichkeit des Verschluckens großer Mengen reduziert (weiterhin sitzen wir immer neben ihm, wenn er was isst, sodass wir im Bedarfsfall umgehend eingreifen können). Unser Kleiner jedenfalls kommt gut mit den Kringeln zurecht, nutscht darauf herum und ehe man sich versieht, ist sie nahezu aufgeputzt. Lediglich ein kleiner Rest, der in seiner Hand zum Festhalten weilte, muss dann mit Hilfe noch in den Mund bugsiert werden. Aber auch dieses Handling hat er sicher bald raus!

Ebenfalls eine beliebte Zwischenmahlzeit in unserem Hause ist Karottensaft. Den gebe ich ihm ab und an am Nachmittag geschorlt mit etwas Wasser. Sehr empfehlen kann ich da den Karottensaft der DM-Baby-Marke „Babylove“. Dieser kommt in Bioqualität und ohne Honig daher (wichtig: kein Honig vor dem ersten Lebensjahr!).

Tja und seit wenigen Tagen bekommt er nun immer mal ein gut freifbares Stück Brötchen in die Hand, was er großartig findet. Dann nutscht er, wie schon auf den Hirsekringeln, fleißig darauf rum. Und auch hier kam es schon das eine oder andere Mal vor, dass auf einmal kaum noch etwas davon übrig war!

Das Wort zur Guten Nacht – der Abendbrei

Viele Mamis – in Foren, auf Facebook oder Instagram – berichten, dass ihre Babys nach dem Abendbrei besser schlafen als vorher. Ebenso, dass sie kurz darauf nur noch kurz an die Brust angelegt werden müssen und dann einschlafen… Nun, bei uns klappt das, wie so vieles, was bei den meisten problemlos zu funktionieren scheint, nicht. Selbstredend 😉 Seit einigen Tagen bekommt unser kleiner Mann nun abends Brei. Mal Kartoffel-/Nudel- oder Reis – Gemüsebrei, wenn ich mittags zu viel gekocht habe oder aber den klassischen Grießbrei. Er isst in der Regel gern – und gut. Aber dass er danach müde wäre oder nur noch in den Schlaf gestillt werden möchte!? Bislang absolute Fehlanzeige. Nun befindet er sich aber auch gerade um die 29. Woche herum, ein Zeitraum, in dem Babys wohl grundsätzlich schlechter in den Schlaf finden bzw. abends meist nicht schlafen wollen – und das bestätigt unser Kind auch total. Insofern liegt es vielleicht einfach daran und es ändert sich in Zukunft noch. Aber aktuell macht ihn der Brei nicht signifikant müder oder schläfriger. Allerdings bemerken wir, dass er die letzten beiden Nächte, wenn er dann (gegen 23 Uhr) eingeschlafen ist, auch durchschläft bis 8 oder sogar 9 Uhr. Inwiefern da nun Zusammenhänge bestehen, vermag ich noch nicht zu sagen. Aber ich werde das im Auge behalten und euch dann in einigen Wochen ein Update dazu geben.

Beikosteinführung_neben Brei auch Brothäppchen mit Butter

Neben dem Brei stelle ich ihm zusätzlich auch ein paar Brothäppchen mit Butter drauf hin. So kann er selbst entscheiden, was er gerade lieber essen mag.

Die Sache mit dem Obst

Das Einzige, was hier aktuell noch so gar nicht der Hit ist, ist Obstpüree. Den mag er einfach nicht. Einzig meinen selbstgekochten Birnenbrei isst er in Teilen und auch pürierte Honigmelone fand er ganz lecker. Bei allem anderen – Banane, Apfel oder das eine oder andere Obstgläschen (ich dachte, es läge vielleicht an meinen selbstgemachten Breis) – verzieht er den Mund, als hätte er gerade Zitronensaft pur bekommen. Aber wir bleiben dran, denn man sagt ja, dass Babys bestimmte Dinge bis zu 15 Mal probieren müssen, bis sie (ggf.) Gefallen daran finden. Und wenn nicht, nun, dann ist das eben so.

Allerdings muss ich dazu noch sagen, dass er gestern Abend seinen Grießbrei mit noch etwas mehr Genuss zu sich nahm, als ich etwas Obstbrei mit einrührte. Also wer weiß, vielleicht kommt er ja doch so langsam auf den Geschmack. Auch das werde ich weiter beobachten und in meinem später folgenden Update nochmal aufnehmen. Also – stay tuned!

Eine innige Stillbeziehung

Was wir , der Kleine und ich, uns bislang und hoffentlich auch noch eine ganze Weile länger nicht haben nehmen lassen, ist unsere innige Stillbeziehung. Auch weiterhin wird hier nach Bedarf gestillt und im Zweifel die Brust dem Brei vorgezogen. Das ist aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung. Denn unser kleiner Mann soll Spaß am Essen haben und es mit Freude und aus eigener Überzeugung heraus konsumieren. Wenn er eben mal keinen Brei, keine Stulle oder sonst etwas anderes essen mag, sondern die Nähe, die Geborgenheit und eben das altbekannte sucht, dann bekommt er auch weiterhin die Brust.

Aber an den Tagen, an denen er sein Mittag- sowie Abendessen verputzt, sieht es mit dem Stillen so aus: Morgens zum ‚Frühstück‘ bekommt er die Brust, ebenso am späten Vormittag nochmal. Ein bis spätestens anderthalb Stunden nach seinem Lunch fordert er sie ebenfalls ein, dann meist aber nur für einen kurzen Schluck und um schließlich in den Mittagsschlaf zu sinken. Nachmittags gibt es sie manchmal, manchmal nimmt er aber auch lieber einen Snack. Und dann zum Abend hin (seit einigen Tagen etwa eine halbe bis ganze Stunde nach seinem Brei/Brot) und wenn er nachts wach wird, auch dann nochmal. Ihr seht, trotz Einführung der Nahrung wird hier noch recht oft gestillt. Mal um den Hunger zu stillen (vor allem morgens nach dem aufwachen) und mal auch nur, um die gewohnte Nähe und Ruhe zu bekommen (kurz vor seinem Mittagsschlaf etwa). Aber so oder so, wir genießen diese Vorgehensweise beide und kommen gut damit zurecht. Und ich bin mir sicher, dass die feste Nahrung, die Brust noch früh genug mehr und mehr ablösen wird (und mir graut es jetzt schon ein wenig davor! – Da bin ich ganz ehrlich).

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in unsere Handhabung in Sachen Nahrungseinführung geben. Vielleicht sind ja auch ein paar Dinge dabei, die ihr bei eurem Baby austesten wollt. Grundsätzlich sei gesagt, ihr seid Mama und Papa und wisst damit am besten, was gut für euer Baby ist. Und ihr spürt auch direkt, was es gut findet oder eben nicht. Probiert es einfach aus. Und gebt nicht gleich auf, wenn mal etwas nicht so gemocht wird, es könnte wirklich einfach daran liegen, dass es neu und unbekannt ist. Wenn aber nach einigen Versuchen noch immer die Schnute verzogen wird, dann pausiert es, um das Essen und den Spaß daran nicht zu verderben. Vielleicht sieht es in ein paar Wochen bei einem erneuten Versuch dann schon ganz anders aus.

Wie handhabt ihr denn die Nahrungseinführung? Oder wie plant ihr, hierbei vorzugehen? Ich bin gespannt, wie es bei euch aussieht. Hinterlasst mir also gern einen Kommentar weiter unten.

Liebe Grüße,
Finja

 

Bei allen externen Links handelt es sich um Tipps meinerseits. Hier liegen keinerlei Kooperationen oder sonstige Vergünstigungen für mich vor.

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