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1000 Fragen an mich selbst #1 – ein Experiment zum Thema Selbstfürsorge

12. Januar 2018
Selbstfürsorge. It's me - 1000 Fragen an mich selbst_Headerbild

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Wer bin ich eigentlich? Eine Frage, die gerade die Runde macht. Anstoß dazu schuf die liebe Johanna von pinkepank. Sie stellte sich diese Frage vor allem vor dem Hintergrund des Mama-Daseins und das nicht zum ersten Mal. Seit einigen Jahren ist sie bereits Mama und kümmert sich liebevoll um ihre Sprösslinge. Und so wie sie, tun es viele andere Mamis tagein, tagaus ebenso. Und das ist wundervoll.

Me, I’m a Mom

Auch ich bin nun seit einigen Monaten Mitglied im Club der liebenden Mamis. Und glaubt mir, ich bin jeden Tag so unendlich dankbar für diesen Umstand. Jeden Tag auf’s Neue freue ich mich auf die Herausforderung, meinem kleinen Liebling die Welt zu zeigen und mich dafür (wenn nötig) für ihn aufzuopfern. Alles zu tun, was in meiner Macht steht, um ihm ein tolles Leben zu bieten. Ihm eine Umwelt zu gestalten, in der er geliebt, behütet und friedvoll aufwachsen kann. Für einige wohl zu ambitioniert, denn seitdem ich Mama bin, bekomme ich immer wieder zu hören, ich solle an mich denken. Ich müsse den Kleinen auch mal abgeben. Ich solle mich selbst nicht vergessen.

Selbstfürsorge. It's me - 1000 Fragen an mich selbst_I am a mom now

Sich selbst hintenanstellen

Aus meiner Sicht tue ich das gar nicht. Na ja, zumindest nicht wirklich. Natürlich stehe ich gerade hinten an, komme vielleicht etwas kurz. Aber ich habe mich schließlich bewusst entschieden, Mami zu werden. Und damit bin ich auch erst einmal den Kompromiss eingegangen, dass nun erst einmal jemand anderes in meinem Leben an erster Stelle stehen wird, als ich selbst. Das ist okay und von mir völlig gewollt. Aber natürlich sollte man sich selbst nicht vollständig aufgeben, sondern sich auch immer wieder in den Fokus rücken. Zumindest zeitweise. Ein Gang zur Kosmetik oder zum Friseur, ein kleiner Einkaufsbummel oder einfach nur eine Tasse Tee und ein paar Seiten des aktuellen Buches. Und nein(!), ich bin keine schlechte Mami, wenn ich das tue. Schließlich gibt es neben mir weitere liebe Menschen, die sich in der Zeit um den kleinen Mann kümmern können und durchaus auch wollen. Der Papa etwa, aber auch die Großeltern oder liebe Freunde sind denkbar.

Doch wie ist das mit der Selbstfürsorge?

Als ich da so saß und mir Gedanken machte, flatterte ein Artikel auf einem meiner Lieblingsblogs rein (hier). In diesem geht es um genau dieses Thema – um Selbstfürsorge. Also darum, sich selbst auch mal etwas Gutes zu tun, sich selbst immer wieder wichtig zu nehmen, eigene Bedürfnisse zu erkennen und den Versuch zu starten, Überforderungen zu vermeiden, mindestens aber sie zu erkennen, um dagegen angehen zu können, in dem wir rechtzeitig ‚Halt!‘ rufen.

WER BIN ICH EIGENTLICH NOCH, SEIT ICH MUTTER BIN? ÜBER SELBSTFÜRSORGE, SELBSTFINDUNG UND 1000 FRAGEN AN MICH SELBST

Nun bin ich selbst zwar noch nicht allzu lang eine Mama, wohl aber habe ich bereits einige Lebensjahre hinter mir und befinde mich zusätzlich aktuell in einer Lebenslage, in der ich mir des Öfteren Gedanken zu mir, meiner Person und dem Umstand, wer ich eigentlich bin und was mir gut oder eben auch nicht gut tut, mache. Man könnte sagen, ich bin wohl auf der Suche nach mir selbst. Insofern finde ich diese Challenge wunderbar und möchte gern mitmachen. Ich werde nun also ebenfalls jede Woche die von Johanna vorgegebenen Fragen beantworten und bin schon tierisch gespannt darauf, was am Ende dabei herauskommt.

Selbstfürsorge. It's me - 1000 Fragen an mich selbst_Mama, Sohn und Pferd

Eine sehr persönliche Reise zu mir selbst

Dies wird wohl ohne Frage eine ziemlich persönliche, zuweilen vielleicht auch sehr intime Reise zu mir selbst. Und auf dieser könnt ihr mich begleiten. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen. Und wenn ihr selbst ebenfalls Lust habt, so könnt ihr diese Fragen genauso beantworten: auf eurem eigenen Blog, auf Instagram oder Facebook oder aber hier unter diesem Artikel (und den folgenden) in der Kommentarfunktion.

Und am Ende dienen diese Antworten nicht nur mir, sondern auch euch, um mich (der Person hinter diesem Blog) besser kennenzulernen. Los geht’s…

1000 Fragen an mich selbst – #1

Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?

Vor einigen Tagen war ich das erste Mal als Mami an der Uni und habe meine alte Kohorte besucht. Nicht als Studentin, als Mami. Ein schöner Vormittag war das, so viele wiederzusehen, ihnen meinen größten Schatz vorstellen zu können und mich kurz mit ihnen auszutauschen.

Mit wem verstehst du dich am besten?

Zum einen ist da mein Mann – mein Fels, mein Freund, mein Geliebter, mein Seelenverwandter… mein Partner in Crime. Mit ihm kann ich Pferde stehlen, Bäume ausreißen, die Welt unsicher machen. Einfach alles meistern. Mit ihm an meiner Seite fühle ich mich gut und stark.

Zum anderen bin da ich. Ja, genau, ich. Mit 20 konnte ich es nicht gut ertragen, nur mit mir zu sein. Sicher, mal an einem Sonntag nur im Bett zu liegen, Serien zu schauen oder ein Buch zu lesen und nur so dahin in den Tag zu leben, ging prima. Aber so richtig mit sich zu sein, bewusst Zeit mit sich selbst zu verbringen, seinen Gedanken nachzuhängen. Sich angenehmen, wie unangenehmen Fragen zu stellen, sich selbstkritisch und wohlwollend zu betrachten. Dass ist ein Zustand, dem ich jetzt, wo die neue 20 auf mich wartet, in mal kleineren, mal größeren Schritten immer mehr entgegengehe. Und ich freue mich darüber, immer mehr bei mir anzukommen.

Worauf verwendest du viel zu viel Zeit?

Nachdenken. Ich bin ein Mensch, ich zermartere mir das Hirn über alles und jeden. Eine (für mich) komische Aussage, ein schiefer Blick, eine merkwürdig erscheinende Handhabe veranlassen mich dazu, mir lange Gedanken zu machen. Ob alles okay ist, ich was Falsches gemacht oder gesagt haben könnte. Lag es wirklich an mir oder eigentlich nicht. Und was kann ich machen, um dieser Situation wieder Herr zu werden, sie zu entkräften… Aber ich werde besser. Kann mich besser kontrollieren, mir auch mal sagen, dass es okay ist, die Situation anzunehmen, hinzunehmen – ohne zu analysieren, zu hinterfragen, nach dem warum zu suchen.

Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?

Den konkreten Witz kann ich nicht benennen. Aber mein Mann und ich lachen viel und gern. Wir haben unseren ganz eigenen, gemeinsamen Humor. Und nicht selten durften wir schon feststellen, dass den nicht alle teilen, dass wir manchmal wohl die einzigen sind, die dieses oder jedes so zum Schreien komisch finden. Aber das ist völlig okay!

Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?

Um ehrlich zu sein, ja und nein. Ich bin ein emotionaler Mensch. Der eine oder andere, der mich gut kennt, würde diese Aussage jetzt wohl dick drei Mal unterstreichen und mit einem neonfarbenen Marker dick markieren 😉 Gut, ja, ich bin wohl nicht einfach nur emotional. Ich bin hyperemotional … Ich bin wirklich na am Wasser gebaut.

Vor meinem Mann kann ich mich recht gut fallen lassen, den Tränen freien Lauf lassen. Aber das war ein ziemlicher Prozess, zu dem er mich immer wieder ermutigen musste. Denn von Haus aus waren meine Emotionen nicht unbedingt so akzeptiert und unterstützt. Man müsse auch mal drüberstehen, mal Stärke zeigen können, nicht immer wegen jeder Kleinigkeit aus dem Ruder laufen. Man kann nicht immer gleich anfangen zu heulen. Heute weiß ich – doch kann man. Und ich im besonderen. Denn ich bin eben so. Wenn ich weine, ist das für mich, wie ein Ventil. Danach geht es mir einfach besser, ich fühle mich erleichtert, befreiter, besser. Aber ich muss auch zugeben, ich weine nicht mehr vor jedem, zumindest ist das mein großer Anspruch. Denn Emotionen zu zeigen ist ein großes Gut, ein Zeichen von Vertrauen. Und vor den falschen Menschen emotional auszubrechen, kann noch verletzlicher machen.

Woraus besteht dein Frühstück?

Aus Brot oder (am Wochenende und im Urlaub) aus Brötchen. Mit Marmelade (oder auch mal Honig oder Rübensirup) und Frischkäse. Und mindestens einer Scheibe Käse auf die Hand. Ein guter Mix aus süß und herzhaft. Und dazu brauche ich etwas Tomate und Gurke und einen Teller mit Obst. Unter der Woche nur Tee, am Wochenende zwei Becher Kaffee mit Milch on Top.

Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?

Meinem kleinen Sohn. Gerade eben als ich ihn stillte, kurz bevor ich ihn in sein Bett zurücklegte, damit er noch etwas schlafen kann.

In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?

In vielen äußerlichen. Eigentlich habe ich bislang noch niemanden getroffen, der uns beide kennt und der uns nicht eine totale optische Ähnlichkeit bescheinigt hat.

Was machst du morgens als erstes?

Zu meinem Kind schauen und mich vergewissern, dass es ihm gut geht. Dann zur Uhr schauen. Und schließlich geht es erst einmal ins Bad.

Kannst du gut vorlesen?

Ich würde mal behaupten wollen, ja. Eine Fachfrau hat mir im Studium sogar mal eine gute „Vorleseart“ bescheinigt. Und in der Praxis wurde mein Vorlesen bislang gut aufgenommen. Und selbst mein Mann lobt mich immer wieder, wenn ich ihm etwas vorlese.

Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?

Hui, ich glaube bis ich 8 oder sogar 10 Jahre alt war. Natürlich hatte ich am Ende schon eine Vorstellung davon, dass es diesen netten Herrn so nicht gibt. Aber meine Mama sagte immer, dass nur derjenige, der an ihn glaubt, auch Geschenke bekommt… Und so glaubte ich lang an den Mann mit Rauschebart und roter Kleidung. Wohl aber auch deshalb, weil es Weihnachten etwas Magisches verlieh, zu etwas so besonderem macht(e).

Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen?

Eine Kitchen Aid Küchenmaschine und eine Delonghi Espressomaschine. Das sind zwei Anschaffungen, die ich mir wünsche, die ich gern irgendwann in meiner Küche stehen haben möchte. Irgendwann. Wenn alles andere geleistet wurde.

Welche Charaktereigenschaften hättest du gern?

Ich wäre gern geduldiger und ruhiger, wobei ich denke, dass sich das ruhigere daraus ergibt, dass man geduldiger ist. Aber ich arbeite daran.

Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?

Call the Midwife und Downton Abbey.

Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?

2014. Ende August. Im Heidepark Soltau. Es war ein Geburtstagsgeschenk von meinem Mann und mir an meine kleine Schwester. Es war ein toller Tag und da die Schulferien in Niedersachen bereits vorbei war, war der Park ziemlich leer und wir konnten immer zügig zu den Fahrgeschäften vordringen. Aber ich erinnere mich auch noch, dass die Wildwasserbahn an diesem Tag wegen Wartung geschlossen hatte. Ein trauriges Ereignis – ich liebe die Wildwasserbahn, hehe…

Wie alt möchtest du gern werden?

Da kann ich keine Zahl nennen. Aber ich möchte ungern später in einem Pflegeheim liegen, im Kopf noch klar sein und mit dem Körper nicht mehr können. So viel Geduld kann ich nicht erlernen. Aber mal im Ernst, nein, das wäre traurig für mich. Und wohl für viele andere ebenso. Ich hoffe einfach, noch lange so weitermachen zu können, wie bisher. Älter zu werden und jedes Jahr aufs neue genießen zu dürfen. Aber wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich gern alt werden. Meinen Kindern und Enkelkindern beim Aufwachsen zusehen und ihnen als Halt im Leben zur Seite stehen.

An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?

An unsere Kretaurlaube. Und an London 2009. Wohl weil es bislang die Urlaube waren, die ich mit meinem Mann unternommen habe. Und weil jeder einzelne seine Geschichte hat. Aber immer in Erinnerung bleiben, wird mir wohl der erste Kretaurlaub. Denn da bekam ich von meinem Mann die Frage aller Fragen gestellt.

Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?

Zum Glück ist dieses Gefühl schon lange nur noch eine Erinnerung für mich. Ein Jahrzehnt ist es her, dass ich das letzte Mal mit Tränen in den Augen, bitterlich weinend auf meinem Bett lag, weil es mich zerriss. Und ich hoffe inständig, dass es auch in Zukunft bei dieser Erinnerung bleibt.

Hättest du lieber einen anderen Namen?

Nein! Als Kind, klar. Aber da hadern wohl die meistern mal mit der Entscheidung der Eltern. Aber inzwischen (und das schon lange) liebe ich meinen Namen und bin absolut glücklich damit. Ellen, das ist eine englische Form der griechischen Helene und heißt „die Strahlende“. Ich versuche diesem Namen gerecht zu werden 😊

Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?

Oh, das würde jetzt das Maß eindeutig sprengen. Selbstzweifel gehören bei mir dazu. Immer wieder und das wird sich wohl auch nicht ändern. Ich merke zwar, dass ich vor allem im letzten Jahr mehr und mehr mit mir ins Reine gehe. Aber es wird auch noch viele Jahre dauern, denn auch das ist ein Prozess, der nicht von heut auf morgen stattfindet, sondern seine Zeit braucht. Aber frei von Selbstzweifeln werde ich wohl nie sein. Und das ist auch gut so, denn das Hinterfragen seiner Selbst ist auch ein wichtiger Bestandteil im Leben. Selbstzweifel sind keineswegs nur zu verurteilen. Sie sorgen nicht nur für unnötige, negative Gedanken und viele Tränen, sondern tragen auch dazu bei, dass wir uns hinterfragen, zuweilen ändern, neue Wege einschlagen.

 

 

 

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