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Frohe Ostern!

1. April 2018
Ostern_Traditionen_Ostertraditionen_Ostertisch von oben

Ostern – ein Fest mit vielen Traditionen

Es ist mal wieder soweit. Das erste Quartal des Jahres neigt sich dem Ende zu und passend dazu fällt dieses Jahr das Osterfest in genau diesen Zeitraum. Ostern, ein Fest mit vielen Traditionen. Jede Familie hat ihre eigenen Rituale, dieses besondere Fest im Jahr anzugehen. Und inzwischen ist es auch nicht mehr entscheidend, ob gläubig oder nicht – Ostern ist inzwischen, wie auch Weihnachten oder Nikolaus, fest etabliert.

Das älteste christliche Fest

Als ältestes christliches Fest gebührt dem Osterfest allerdings eine besondere Bedeutung. Lange war Ostern das wichtigste aller Feste für die Christen. Weihnachten etwa, was wohl heute für die meisten zum Jahreshöhepunkt in Sachen Feste geworden ist, kam erst viel, viel später.

Heute sind es vor allem die orthodoxen Christen, die an diesen (Oster-)Tagen nach wie vor das für sie wichtigste Fest des Jahres zelebrieren. Sie halten große Prozessionen ab, Straßenumzüge und und und. Allen gleich ist jedoch noch immer der Anlass, denn an diesen Tagen wird als Höhepunkt die Auferstehung Christi gefeiert. Was für viele jedoch weniger präsent ist, ist, dass bereits die Woche vor Ostern, die sogenannte Kar-Woche schon mit dazu zählt. Beginnen tut diese am Palmsonntag, also eine Woche vor dem Ostersonntag. An diesem Tag zog Jesu in Jerusalem ein. Der nächste Höhepunkt der Woche ist der Gründonnerstag und schon einigen mehr ein Begriff. An diesem Tag wird dem Abendmahl, dem letzten vor der Kreuzigung, gedacht. In vielen christlichen Gemeinden gibt es bis heute einen speziellen Gottesdienst an diesem Donnerstag – inklusive Abendmahl. Es folgt der Karfreitag, ein Tag der Ruhe. Der Überlieferung nach ist es der Todestag Jesu und gleichsam (offiziell) der bedeutendste christliche Feiertag. Der Karsamstag nimmt heute vielerorts keinen besonderen Stellenwert mehr ein, für die meisten dient er einfach der Vorbereitung für die bevorstehenden Ostertage. Gleich noch mehr dazu. Und dann kommt der fröhliche Höhepunkt der Osterzeremonie: der Ostersonntag. An diesem Tag soll Jesu von den Toten auferstanden sein. Für die meisten ist es heute ein Tag, ebenso wie der Ostermontag, den man im Kreise der Familie verbringt. Aber das nur mal als kleinen Überblick, was wir eigentlich dieser Tage so feiern.

Ostern_Traditionen_Ostertraditionen_Ostertisch seitlich_1

Ein Fest der Familie

Ich weiß nicht, wie es bei euch so aussieht, aber bei uns ist Ostern vor allem ein Fest der Familie – der weiteren oder aber auch engsten. Wir feiern es zwar inzwischen jedes Jahr etwas anders anders. Mal im größeren, mal im kleinen Rahmen. Aber im Ursprung kommt man zusammen, isst gemeinsam und verbringt einfach eine schöne Zeit gemeinsam.

In den letzten Jahren hingegen haben Lars und ich Ostern aber auch schon ganz intim, nur zu zweit verbracht. Auch das war schön, aber nichts für jedes Jahr. Im vergangenen Jahr etwa haben wir es wieder im größeren Kreis zelebriert. Püppi war noch im Bauch (ich war gerade im 7. Monat schwanger), Lars und ich waren dabei, meine Eltern und Schwester, meine Omi, meine Tante und Familie, sowie einer ihrer Söhne ebenfalls bereits mit eigener kleiner Familie, bestehend aus Frau und Tochter. Das war so schön, das erste Osterfest seit vielen Jahren, dass wieder durch Kindslachen begleitet wurde. Denn seit einigen Jahren ist auch die langezeit Jüngste, meine Schwester, aus dem Alter raus gewesen, jauchzend durch den Garten zu laufen und nach versteckten Eiern zu suchen. So war Ostern einige Jahre tatsächlich lediglich eine Familienzusammenkunft, bei der zu viel Süßes und Kuchen gegessen und einige Liter Kaffee getrunken wurden 😉

Im vergangenen Jahr also war endlich wieder ein Kind dabei, dass suchte. Zwar war die kleine Tochter meines Cousins im letzten Jahr erst 1.5 Jahre jung, aber dennoch schon begeistert am Suchen. Vermutlich wird sie nicht viel verstanden haben und es vielleicht auch etwas verwirrend gefunden haben, dass auf einmal Süßigkeiten und kleine Spielereien im Blumenbeet ihrer Oma zu finden waren, aber dennoch war es so schön, mal wieder einem Kind bei dieser Freude des Suchens und Findens zuzusehen. Und es ließ die Vorfreude auf unseren Wurm noch mehr steigen. Auf die gemeinsame Zeit, die auf uns wartet(e), auf all die gemeinsamen Erlebnisse, die wir zusammen haben werden.

Und dieses Jahr ist er da, wir nun endlich zu dritt. Das ist wirklich verrückt, wie schnell die Zeit doch einfach vergeht. Nun ist unser Würmchen ja erst 8 Monate alt und versteht den ganzen Trubel noch gar nicht. Insofern sind wir zwar die eine oder andere Tradition angegangen, aber eher weniger konkret. So richtig wird es dann wohl ab dem kommenden, spätestens aber ab dem Jahr darauf interessant werden.

Unsere Traditionen an Ostern

Denn wie wohl jede Familie, haben auch wir so unsere Traditionen an Ostern. Und an diesen möchte ich euch heute gern etwas Teilhaben lassen.

Der Osterstrauß

Schon einige Zeit vor dem eigentlichen Osterfest werden Zweige aus dem Garten hereingeholt und geschmückt. In unserem Fall gibt es die moderne Variante – wir holen unsere Zweige vom Floristen unseres Vertrauens, denn bei einer Mietwohnung in der Großstadt ist das mit den Zweigen im Garten etwas schwieriger 😉 In jedem Fall kommen diese in eine große Vase und werden anschließend mit vielen bunten Eiern – aus Plastik oder ausgepustet und selbstgestaltet (übrigens eine beliebte Vorostertrasition bei uns) – behangen. Hat man den richtigen Zeitpunkt abgepasst, blühen die Zweige dann an Ostern. So oder so aber eine schöne Dekoidee, um die Zeit bis Ostern und auch darüber hinaus etwas bunter zu machen.

Eier färben

Zunächst einmal steht das Eier färben ziemlich weit oben in der Hitliste. Und am Beginn der Osterfeiertage. Schon als ich klein war, wurden die Eier in den Tagen vor den eigentlichen Osterfeiertagen gefärbt. Zunächst machte meine Mama das heimlich, denn die brachte ja der Osterhase. Als ich etwas älter wurde, machten wir es zusammen, denn der Osterhase schrieb uns einen Brief und fragte, ob wir ihm nicht helfen könnten. Er würde sie dann abholen und verstecken… So möchten wir es auch mit unserem Kleinen halten.

Ostern_Traditionen_Ostertraditionen_bunte Eier

Eier suchen

Sind die Eier gefärbt kommt am Ostersonntag der Osterhase und versteckt sie. Und neben ihnen auch kleine süße Sachen und Geschenke. Wobei sich letztere wirklich immer in Grenzen hielten. Da gab es dann Socken, ein Buch oder eine CD/DVD. Mehr als Aufmerksamkeit, denn als wirkliche Geschenkemasse (wenngleich ich auch Freunde hatte, bei denen war Ostern oft dem Weihnachtsfest oder Geburtstag gleich, da wurde geschenkt, was das Zeug hielt). Auch dies ist etwas, was wir mit dem Kleinen beibehalten möchten: Ostern als Familienfest, nicht als Zeit im Geschenkerausch. Die eine oder andere Kleinigkeit, die es ohnehin gegeben hätte, weil gebraucht, wie etwa Socken, ein T-Shirt, eine CD oder ein Buch. Eben eine kleine Aufmerksamkeit.

Gemeinsame Zeit in Familie – Familienzeit

Neben dem Färben und Suchen ebenfalls sehr wichtig an Ostern: die Zeit in Familie. Ob nun im großen Rahmen, wie wir es letztes (und auch schon viele Jahre zuvor) hatten, zu zweit oder aber im kleinen Rahmen, so wie wir es dieses Jahr handhaben – Hauptsache im Kreise der Liebsten, mit viel Zeit für einander.

Dann wird lecker gebacken und gekocht, zu viel gegessen, noch mehr genascht und es gibt lange Gespräche, Spaziergänge,… eben einfach Qualitytime zusammen.

Eier trudeln

Als ich klein war bis hin ins Jugendalter gab es bei uns am Ostersonntag die Tradition des Eier trudelns. So lang mein geliebter Opi noch unter uns weilte, war der Ostersonntag immer den Eltern meines Papas vorbehalten, Ostermontag gings zur anderen Oma.

Bei meinen Großeltern gab es dann leckeres Mittagessen und im Anschluss einen Spaziergang, der am sogenannten Flachsberg, einem aufgeschütteten (also künstlich angelegten) Berg endete. Es ging hoch hinaus, um anschließend die bunten Eier hinunter trudeln zu lassen. Stets ging es dabei darum, wessen Ei a) am weitesten kullerte und b) dabei heil blieb. Manch einer hatte gern so viel Pech, dass er nach dem dritten verputzten Ei ausstieg und nur noch zusah 😉 Aber stets machte es vor allem eines: eine Menge Spaß. Und nachdem wir etliche Male den Berg hoch und runter liefen, war auch wieder Platz für den Kuchen am Nachmittag!

Eier und Süßes essen

Süßes und Eier gab es an Ostern gefühlt bis zum Umfallen. Anders als an den übrigen Tagen des Jahres (ausgenommen Weihnachten) durfte allerhand Süßes verputzt werden. Ebenso Eier. Denn beides stand nach dem Sammeln immer in schönen Schalen oder Körben in der Wohnung oder auf dem Tisch, sodass sich jederzeit bedient werden durfte. Nicht selten schlugen wir, klein wie groß, gern mal etwas über die Stränge, sodass auch Bauchweh zu Ostern dazugehörte. Und wie ich das so schreibe, muss ich schmunzeln. Hach, was für schöne Erinnerungen. Ich hoffe, dass wir diese auch unserem Kleinen langfristig bescheren können.

Zwei Tage Highlife

Da ich in einem nicht christlichen Haushalt aufwuchs, war Ostern für mich maßgeblich zwei Tage lang. Am Dienstag ging es meist zurück in den Kindergarten oder die Schule und der ganze Spaß war vorbei. Süßes wurde nicht mehr ohne Grenzen verputzt, die Eier wurden nur noch zu den Mahlzeiten auf den Tisch gestellt und der Alltag zog wieder ein. Aber dennoch. Diese beiden Tage, Ostersonntag und -Montag waren immer etwas Besonderes. Alle kamen zusammen, ich traf meine Cousine und meist auch all meine Cousins, sah meine Omis, meinen Opa, meine Tanten und Onkels.

Wie ich hier und da schon anklingen ließ, ist der Ablauf inzwischen etwas flexibler. Je nach Möglichkeit verbringen wir Ostern mal in größerer, mal in kleinerer Runde. Ich habe zum Beispiel dieses Jahr das erste Mal Eier in meinem Haushalt gefärbt. Wenn ich es in den vergangenen Jahren getan habe, dann immer als Unterstützung bei meinen Eltern. Zusammen mit meiner Mama. Tja, dieses Jahr bin ich selbst Mama und da war es mir irgendwie eine Herzensangelegenheit, selber zu färben. Hier bei uns, in meiner Küche, für meine Männer und mich. Und das ist schön.

Ostern_Traditionen_Ostertraditionen_Ostertisch seitlich_2

In diesem Jahr zu dritt

Unser erstes Osterfest als kleine Familie feiern wir dieses zu dritt. Nur der Kleine, mein Mann und ich. Meine Eltern und meine Schwester waren die Tage zuvor, von Mittwoch bis Karfreitag zu Besuch. So hatten wir also auch die Zeit in (etwas) größerer Runde. Umso mehr genießen wir nun die Ruhe. Nicht zuletzt auch weil der Kleine gerade mitten im 6. Schub steckt und ihm die Ruhe augenscheinlich sehr gut tut. Und was soll ich sagen, uns ebenfalls. Da der Kleine dieses Jahr noch nicht so viel mitbekommt, lassen wir es locker angehen und lassen die Tage einfach auf uns zu kommen. Wir gucken einfach, worauf wir Lust haben, gehen mal raus oder kuscheln uns gemeinsam hin. Auf jeden Fall aber versuchen wir dem Kleinen seine Konstante zu geben, dann und wann seine Ruhephasen, in denen er schläft und Energie tankt.

Und so richtig mit all den schönen Traditionen, die mein Mann und ich so lieben, werden wir dann wohl im nächsten Jahr starten. Dann nimmt der Kleine diese auch schon bewusster war. Und vielleicht möchte er dann auch schon einige Eier suchen. Wir werden sehen. In jedem Fall freue ich mich schon sehr, die eine oder andere liebgewonnen Tradition weiterzuführen und damit hoffentlich für ebenso schöne Erinnerungen bei meinem Kind zu sorgen, wie ich sie habe. Und gern werde ich dann berichten, welche der Tradtitionen sich dann durchsetzen…

Und wie ist das bei euch? Habt ihr Traditionen an Ostern? Oder ist das einfach nur ein langes Wochenende für euch? Erzählt doch mal…

Frohe Ostern und liebe Grüße,
Finja

 

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