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Traditionen an Weihnachten

15. Dezember 2017
wir drei mit Weihnachtsmützen

Alle Jahre wieder…

Lang sehnt man sie herbei und inzwischen sind wir schon wieder mittendrin – in der Weihnachtszeit. Ich liebe diesen Abschnitt im Jahr. Er ist so besonders, so magisch, so heimelig. So habe ich Weihnachten bereits als Kind und Jugendliche wahrgenommen und mir auch als Erwachsene versucht, zu bewahren. Dazu schmücke ich jedes Jahr liebevoll unsere Wohnung, backe Plätzchen, bastle Gestecke (und dieses Jahr sogar meinen ersten klassischen Adventskranz).

Ganz traditionell am Wochenende des ersten Advents werden die Kartons mit Deko-Artikeln aus dem Keller geholt und geplündert. Darin finden sich Kunstgirlanden, Lichterketten, 3D-Sterne mit LEDs, allerlei Figuren, Weihnachtsgeschirr, CDs. Apropos Traditionen… Wohl kaum eine Zeit, kaum ein Fest ist so mit Traditionen verknüpft, wie Weihnachten und das Weihnachtsfest. Doch welche Traditionen begleiten uns so durch diese so besondere Zeit im Jahr? Ich möchte meine bzw. unsere heute mit euch teilen.

Plätzchenduft liegt in der Luft

Ich bin ein riesiger Back- und Kochfan. Ob zu Ostern, zu Geburtstagen oder eben in der (Vor-)Weihnachtszeit – ich backe und koche einfach super gern. Wenn ich immer wüsste, wer das alles aufisst, würde ich vermutlich noch wesentlich mehr Zeit in der Küche verbringen, als ich es bislang tue 😊 Klassischerweise backe ich jedes Jahr 8 – 10 verschiedene Sorten Plätzchen. Darunter versuche ich immer zwei bis drei für mich neue, noch unbekannte Rezepte umzusetzen. Dieses Jahr, mein erstes als Mami, breche ich das erste Mal mit dieser Tradition. Denn der kleine Mann beansprucht einen großen Teil meiner Zeit und ich wiederum verbringe sie dieses Jahr auch wesentlich lieber mit ihm als beim Backen. Ganz ohne geht es dann aber doch nicht und so werden es mit Muss zwei bis drei Rezepte werden, die ich in der diesjährigen Weihnachtszeit umsetzen werde. Der Clou dabei soll sein, dass ich noch keines davon in den Jahren zuvor gebacken habe, also mal ein kleiner Bruch mit meiner Tradition. Eines der neuen Rezepte habe ich bereits fertig: Marzipansterne . Ob also zwei oder 10 Rezepte – Backen ist ein absolutes Muss in der Vorweihnachtszeit.

Zweig mit Marzipansternen Plätzchen

Marzipansterne

Es ist ein Ros‘ entsprungen…

Gut, ganz so traditionell tönt es hier nicht tagein, tagaus aus unseren Boxen. Aber ohne Weihnachtsmusik geht hier nichts. Beinahe täglich läuft mindestens einmal ein Album mit einstimmenden Melodien durch die Wohnung. Sprachlich sind wir da etwas multikulti eingestellt: deutsch, englisch, spanisch – Hauptsache weihnachtlich.

Kerzen und Lichter

Himmel, wie ich es liebe, diese ganz spezielle Stimmung in den Wochen vor Weihnachten (und zum Glück oftmals auch noch in einigen danach). Überall leuchten Lichterketten in Fenstern, an Brüstungen von Balkonen oder auf Tannenzweigsträußen in den Wohnzimmern. Hier ein Schwippbogen, dort eine Kerze. Auch bei uns wird es immer sehr gemütlich. Ich bin ein großer Kerzenfan und so leuchten hier abends mindestens vier oder fünf Kerzen um uns herum. Aus meiner Kindheit kenne ich noch den klassischen Adventskranz, geschmückt mit Tannenzapfen, Nüssen und eben den vier Kerzen – für jeden Sonntag eine. Als ich auszog wurde es zunächst moderner, ich bastelte jedes Jahr ein Gesteck, einen Kranz gab es aber nie. Bis zu diesem Jahr. Denn ich bekam Lust auf einen ganz klassischen Kranz , mit vier roten Kerzen und bewährter Deko, wie Orangenschalen, Zapfen und Zimtstangen.

Adventskranz mit angezündeter Kerze

Adventsgesteck mit zwei Kerzen

Adventskalender

Für viele nur etwas für Kinder. Für mich etwas für jedermann; oder eben -frau 😉 : der Adventskalender. Wir haben jedes Jahr jeder einen. Mindestens. Und in der Regel bekam mein Mann einen selbstgebastelten von mir. Dieses Jahr hat er aber verzichtet, da er mir keine Mühe machen wollte. Und ich bin ihm im Nachhinein auch dankbar, war doch der November ein recht voller und für den Kleinen anstrengender Monat (4. Schub). Manches Mal gab es dann auch noch einen gemeinsamen. In den letzten Jahren war das immer ein Kalender von Ikea, denn der hat nicht nur leckere Schoki hinter den Türchen, sondern auch noch zwei Geschenkkarten mit einem Wert von je mindestens 5 Euro (max. 1000 Euro pro Karte). Das ist schon verlockend – und mal ehrlich, Ikea geht doch irgendwie immer, oder?

Adventskalender Teekalender

Adventskalender Ikea

selbstgemachte Geschenke für die Liebsten

Ein wichtiger Grundgedanke an Weihnachten neben der Besinnlichkeit ist für mich, anderen zu Gedenken. Und das muss nicht mit besonders teuren Geschenken passieren, sondern mit dem Gedanken, der sich für jedes einzelne Geschenk gemacht wurde. Da kann etwas Selbstgebasteltes einen viel größeren Wert haben, als alles teuer Gekaufte. Und so habe ich jedes Jahr auch selbstgemachte Geschenke für meine Liebsten unterm Baum. Ob selbstgemachte Leckereien, wie Marmeladen, Pestos oder Kräuteröle oder aber Handfestes, wie etwa gerahmte Bilder, einen Foto-Kalender oder -buch oder auch Selbstgenähtes oder -gesticktes. Ich mag es einfach, etwas mit Liebe gemacht zu haben und dies zu verschenken. Und wenn der Beschenkte den Aufwand zu schätzen weiß und sich darüber freut, geht mir ein Herz auf. (Und bisher hat sich noch niemand nicht über Selbstgemachtes gefreut 😊 ).

leuchtende Geschenke unterm Weihnachtsbaum

Weihnachtskarten

Wer mir auf Instagram folgt, hat schon mitbekommen, dass ich jedes Jahr zu den fleißigen Kartenschreibern gehöre. Ja, so richtig mit Stift und Papier, Briefmarke und Co. Ich finde es einfach schön, anderen in der Vorweihnachtszeit eine Freude mit lieben Zeilen zu bescheren. Und wer zieht denn bitte nicht gern eine schöne Karte neben all den Rechnungen aus dem Postkasten – eben 😉

Weihnachtsbaum

So weit ich zurückdenken kann, wurde der Baum immer frühestens ein, zwei Wochen vor Weihnachten besorgt. Mal beim hiesigen Baumverkäufer, mal zum Selbstschlagen aus der Forst oder aber aus dem eigenen Wald. Letzteres erfolgte vor allem in meiner frühesten Kindheit und erlebte dann vor ein paar Jahren ein kurzes Revival. Warum nur ein kurzes? In unserem Wald stehen Kiefern, also nicht die klassischen Weihnachtsbäume. Die witzigste Reaktion auf unseren Baum von vor zwei, drei Jahren – „oh, hat der schon einmal gebrannt?“. Daraufhin wollte meine Mama (die das Exemplar nämlich auch von Anfang an nicht so besonders fand) gern wieder einen richtigen Weihnachtsbaum 😀 Aber ich schweife ab… In jedem Fall, ob der Baum nun eine oder zwei Wochen oder aber erst kurz vor Heiligabend geholt wurde, aufgestellt wird er jedes Jahr zur gleichen Zeit: am Morgen des Heiligen Abend. Und dann sind wir Kinder (inzwischen gar nicht mehr so kindlich 😉) dran, ihn zu schmücken.

In den letzten Jahren hatten mein Mann und ich auch schon ein, zwei eigene Bäume. Aber bislang sahen wir keinen wirklichen Benefit es dauerhaft durchzuziehen, da wir die Festtage immer bei unseren Familien verbrachten und daher nicht wirklich etwas von unserem Baum hatten (und wir haben ihn schon extra ein, zwei Wochen eher aufgestellt, um uns daran erfreuen zu können – aber das fühlte sich für uns beide, die es eigentlich kennen, den Baum erst am 24. aufzustellen, nicht wirklich richtig an). Nun mit Kind wird sich das die kommenden Jahre sicher bald ändern… Und ich freue mich schon sehr, auf unseren eigenen Baum 😊

Weihnachtsbaum groß

Weihnachtsmann oder Christkind

Ob er oder sie, darüber streiten die Gelehrten bzw. die Glaubensanhänger. Am stärksten verbreitet ist das Christkind wohl im Süden Deutschlands und im katholischen Glauben. Natürlich möchte ich Protestanten und Nicht-Glaubensanhängern nun aber keineswegs absprechen, dass nicht auch bei ihnen eher das Christkind kommt, aber es gibt eben die Tendenz. Bei uns kommt klar der Weihnachtsmann, sowohl bei meinem Mann (von klein auf evangelisch erzogen) als auch bei mir (ursprünglich unreligiöses Elternhaus).

Mal am Rande: Wusstet ihr, dass das Christkind auf Martin Luther und somit auf die protestantische Kirche zurückgeht? Da die katholische Kirche sehr der Heiligenverehrung zugewandt war, was die (neue) protestantische Kirche ablehnte, brachte Luther den „heiligen Christ“, später das Christkind ins Spiel. Tja und heute… kommt bei den meisten Protestanten der Weihnachtsmann und bei den Katholiken das (evangelische) Christkind.

wir drei mit Weihnachtsmützen

Kirchenbesuch

Bei uns gehört seit vielen Jahren der Kirchbesuch an Heiligabend fest dazu, ist einfach eine Tradition geworden. Bei mir fing es an, als meine kleine Schwester wenige Jahre alt war, da sie im Nachbardorf am Krippenspiel teilnahm. Jahr um Jahr qar sie fester Bestandteil des Ensembles, spielte mal einen Hirten, mal den Jesus, mal einen der anderen Charaktere. Und so ging es für uns immer in den Nachmittagsgottesdienst. Seitdem ich mit meinem Mann gemeinsam Weihnachten feiere, sind wir bislang Heiligabend mal bei der einen, mal bei der anderen Familie gewesen. Und so durfte ich natürlich auch ihre Tradition kennenlernen: die Mitternachtsmesse. Ein wenig abweichend vom Namen, findet sie nicht um 0 Uhr, sondern bereits etwas früher statt und beginnt immer zwischen 22 und 23 Uhr. Ein kein ganz leichtes Unterfangen sich so lang wach zu halten. Aber wenn man es schafft, ebenso wie das Aufraffen, noch einmal loszuziehen, lohnt es sich immer wieder aufs Neue. Es hat etwas unglaublich Magisches, mitten in der Nacht in der Kirche zu sitzen, dem Pfarrer zu lauschen, gemeinsam zu singen und zu beten. Am Ende wird die komplette Kirche für einen Moment nahezu komplett abgedunkelt, nur der Christbaum leuchtet und es wird gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen – ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

Dieses Jahr gibt es bei uns gleich zwei Premieren. Zum einen werden wir das erste Mal als Familie, zu dritt an Weihnachten in die Kirche gehen. Zwar war der Kleine letztes Jahr bereits unter meinem Herzen dabei, aber dieses Jahr wird er auf unserem Schoß sitzen und den Gesängen, der Predigt, sowie dem Krippenspiel lauschen können. Und zum anderen wird es generell der erste Kirchenbesuch für unseren Knirps werden… und wir sind schon sehr gespannt, wie er das meistern wird 😊

Weihnachtsessen

Auch beim Essen gibt es von Familie zu Familie feste Traditionen, wie ich immer wieder feststellen durfte. Schon zu Schulzeiten tauschten wir uns Jahr um Jahr aus, was es an Weihnachten traditionell so auf den Tisch schaffte. Dabei gab es Forelle blau oder Kartoffelsalat und Würsten als klare Favoriten. Meine Familie gehörte immer (wirklich IMMER) zur zweiten Gruppe: Kartoffelsalat und Würstchen. Seitdem ich Erwachsen bin, weichte diese feste Tradition, die bereits meine Eltern aus ihrem Elternhaus mitbrachten etwas auf und wurde um zwei weitere Gerichte erweitert: Rehkeule mit Klößen und Rotkohl, sowie Raclette (auf Wunsch von uns Kindern immer mal wieder an der Reihe). Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag gab es zu meinen Kindertagen immer Gans oder Erpel. Seit etwas mehr als 10 Jahren aber gehen wir an beiden Tagen mit den Omas essen. So hat niemand mehr den Stress für die anreisende Großfamilie (an Weihnachten kommen ja dann schließlich alle Kinder und Kindeskinder zusammen) kochen zu müssen, alle sitzen zur gleichen Zeit am Tisch und können munter miteinander plaudern. Ich finde diese noch recht junge Tradition persönlich sehr schön. Gibt sie einem doch eine große Portion Lebensqualität und Zeit mit der Familie.

Bei meinem Mann hingegen gibt es über die drei Feiertage hinweg traditionell immer eine riesige Platte Räucherlachs mit Meerrettich, Schweinefilet, Hirschkeule, Gulasch, Kartoffeln, Klöße und Rotkohl, sowie einen bunten Salat. Stets selbst gekocht. Hier merke ich dann auch immer wieder, was wir in meiner Familie abgeschafft haben – den täglichen Stress rund ums Kochen. Aber da die Seite meines Mannes nicht so groß ist, hält sich dieser noch einigermaßen in Grenzen.

Teeglas mit Hüttenzauber-Tee mit Keksen und Tanne

Zweig mit Marzipansternen

Ich bin rundum ein großer Weihnachtsfan und liebe unsere Traditionen. Gleichweg bin ich aber auch immer offen gegenüber neuen Dingen, die sich, wenn bewährend, gern als neue Tradition etablieren lassen. Und ich bin sicher, im Rahmen unserer nun eigenen kleinen Familie, werden wir sicher viele der uns bekannten Traditionen übernehmen, aber bestimmt auch die eine oder andere eigene aufbauen.

Wie ist das bei euch? Habt ihr feste Traditionen an Weihnachten? Und mögt ihr diese oder findet ihr sie eher lästig? Schreibt mir doch gern in den Kommentaren, wie es bei euch so aussieht 😊

Eine schöne (Vor-) Weihnachtszeit,
eure Finja

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