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#lifeisbetteratthebeach oder wo einem das Herz aufgeht

5. November 2017
Strandkörbe am Meer

#lifeisbetteratthebeach – Kurzurlaub auf Usedom Teil 1

#lifeisbetteratthebeach lautet ein beliebter Instagram-Hashtag. Dass ich diesen so zeitnah selbst unter meinen Bildern posten kann, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Umso erfreuter war ich, als meine Mama mich anschrieb und mich fragte, ob wir, der kleine Mann und ich, nicht spontan in der Folgewoche mit an die Ostsee fahren möchten. Da sie wieder so stark mit ihren Bronchien zu tun hatte (inzwischen eine chronische Angelegenheit, die ihr viele Male im Jahr über einige Wochen zu schaffen macht) und sie beide frei hatten, überlegten sie, die Zeit zu nutzen, um sich etwas wohltuende Seeluft abzuholen. Und da ich gerade in Elternzeit mit dem kleinen zu Hause bin, kam ihnen die Idee, dass wir ja mitkommen könnten. Und keine Sorge – ich machte mir da keine Illusionen 😉 Es ging ihnen vermutlich weniger um mich…

Urlaub an der See

Urlaub an der See

Ich sprach noch am selben Abend mit meinem Mann, dessen Zustimmung ich dieses Mal einfach gern einholen wollte – schließlich bedeutete ein solcher, wenngleich kurzer, Urlaub an der See für ihn, dass er uns und vor allem eben den Kleinen für einige Tage nicht bei bzw. um sich haben würde. Aber wie ich es erwartete, fand er die Idee toll und freute sich für uns, dass wir die Gelegenheit geboten bekamen. Und  da man mich, wenn es darum geht ans Meer  zu fahren nicht drei Mal fragen muss, ging es ein paar Tage später auch schon los Richtung Ostsee.

Vier Tage Kurzurlaub

Uns erwarteten vier Tage Kurzurlaub auf Usedom. Meine Eltern hatten alles Organisatorische übernommen und uns vier’n eine sehr schöne und gut ausgestattete Ferienwohnung in Ahlbeck gemietet: zwei Schlafzimmer, ein großer Wohn- und Essbereich, ein schönes Duschbad und eine angenehm große Terrasse. Durch die Lage in zweiter Reihe waren wir in nur knapp 150 Metern an den Dünen und somit ruck zuck am Meer.

Nachdem meine Eltern gegen späten Vormittag bei uns zu Hause eintrafen, wir uns noch etwas mit dem Kleinen beschäftigten, etwas erzählten und einen kleinen Happen zum Mittag aßen, machten wir uns gegen halb eins, eins auf den Weg. Das Auto vollgepackt mit Reisetaschen, Kinderwagen, Babywippe und Verpflegung für den ersten Abend ging es nun in Richtung Norden. Zwischendrin legten wir einen kleinen Stopp zum Tanken und Rasten ein. Wir großen tranken Cappuccino, während sich der Kleine genüsslich über seine Milch hermachte. Die Fahrt verlief super. Beim Start gab es kurzes Gemecker aus der Baybschale, welches aber mit ein paar beruhigenden Worten und Gesten durch mich schnell verstummten. Das Brummen des Autos tat dann noch sein Übriges. Nach unserer kurzen Snackpause wurde auch prompt und diesmal ohne jegliches Gemecker weitergeschlafen.

Kaiserbad Ahlbeck auf Usedom

Usedom ist eine wirklich sehr schöne Insel und am Ende der Saison auch nicht mehr so mächtig überlaufen. Wir hatten unsere Unterkunft im beschaulichen Ahlbeck, einem der drei Kaiserbäder. Bansin und Hehringsdorf, die beiden weiteren dazugehörigen Bäderstädte sind direkt daran angeschlossen und können perfekt entlang der Strandpromenade oder direkt am Strand entlang zu Fuß erreicht werden. Wer hingegen nicht (mehr) ganz so gut zu Fuß ist, kann auch mit der Inselbahn von einem Ort zum anderen fahren. Die Bahnstrecke beginnt zum Teil in Swinemünde (polnische Seite Usedoms), teilweise aber auch erst in Ahlbeck und geht dann entlang der Küste über Hehringsdorf und Bansin bis hoch nach Koserow und Zinnowitz und weiter. Grundsätzlich besteht also die Möglichkeit einen Großteil der Insel mit der Bahn zu erkunden. Wir hatten nun aber nur zwei volle Tage und entschieden uns, nur das direkte Umfeld zu besichtigen. Am ersten Abend ging es deshalb nach einem kleinen Selfmade-Tapas-Abendbrot kuschelig eingepackt an den Strand vor der Tür. In den letzten hellen Minuten ließen wir den Blick noch einmal ringsum schweifen und liefen dann entlang der brechenden Wellen Richtung Ahlbecker Seebrücke, die bereits ansehnlich beleuchtet wurde. War es am Strand schon gut windig, war es beinahe leicht stürmisch als wir auf die Seebrücke hinaus bis zum Ende liefen. Herrlich, sich mal so richtig den Wind um die Nase pusten zu lassen! Anschließend liefen wir über die etwas geschütztere und vor allem beleuchtete Strandpromenade zurück zur Unterkunft.

Weg durch Ahlbeck

Seebrücke Ahlbeck

Ich auf der Seebrücke

Klavier an der Seebrücke Ahlbeck

Spaziergang am Strand – die volle Ladung Seeluft

Dienstag, unseren ersten vollen Urlaubstag, wollten wir zur Erkundung der drei Kaiserbäder nutzen. Und so starteten wir nach einem entspannten Frühstück und einer letzten Stillrunde in Richtung Strand. Mein Papa lief mit dem friedlich in seinem Wagen schlafenden Mr. B entlang der Strandpromenade, da diese durch eine Asphaltierung einfach besser mit Kinderwagen laufen zu schien. Nur dann und wann kam er mal die noch befestigten Wege zwischen den Dünen Richtung Strand, um uns das Zeichen zu geben, dass bei dem kleinen Babyjungen noch alles gut ist und er weiterhin schläft (ein bisschen Beruhigung für mich, da ich mich nur schwer trennen mochte 😊 ). Denn meine Mama und ich liefen direkt am Wasser, sodass wir die volle Ladung Seeluft einatmen konnten. Das tat so unbeschreiblich gut. Denn nicht nur meine Ma hat mit Ihren Bronchien und der damit chronisch einhergehenden Krankheit zu tun, sondern auch ich mit meiner Nase und den Nebenhöhlen. Allerdings ist es bei mir lange nicht so schlimm, wie bei ihr. Bei mir ist es vor allem in den kälteren und/oder nassen Jahreszeiten, also Herbst, Winter und Frühling der Umstand, dass meine Nase permanent läuft und ich somit ein guter Umsatzbringer für Taschentücherhersteller bin. Ein Problem, was meine Mama zusätzlich auch kennt und dagegen sogar schon eine OP über sich ergehen ließ, weil ihr von medizinischer Seite aus Besserung gelobt wurde. Ein Jahr hielt dies an, dann kam der Spuk zurück. Also nicht besonders reizvoll, sich dafür in chirurgische Hände zu begeben, leider.

Etappenziel eins: Die Heringsdorfer Seebrücke

Unser erstes großes Ziel war die Heringsdorfer Seebrücke. Auch hier gab es ein Restaurant, allerdings weiter draußen als in Ahlbeck. Aber ebenso gut besucht. Die Sonne lachte inzwischen immer wieder wunderbar vom Himmel und wurde nur noch hin und wieder von größeren Wolkenfeldern versteckt. In Heringsdorf trafen wir uns dann mit meinem Papa am Eingang der Seebrücke wieder und da es wieder Zeit wurde, den Kleinen zu stillen, suchten wir uns in unmittelbarer Nähe ein niedliches Café-Restaurant und gönnten uns eine erste Pause. Das Café „Das Zeitlos“ liegt direkt an der Strandpromenade gegenüber der Seebrücke und bietet für den kleinen, wie auch großen Appetit eine ausreichende Auswahl an Speisen. Wir entschieden uns für Würzfleisch, Bauernfrühstück und Möhren-Ingwer-Cremesuppe. Zum Dessert gab es Eis. Alles sehr lecker und durchaus zu empfehlen.

Orangen-Möhren-Ingwersuppe in Heringsdorf

Im Anschluss huschten meine Mama und ich noch für ein paar Minuten in das dem Café gegenüberliegende und gleichermaßen am vorderen Ende der Seebrücke gelegene kleine Einkaufszentrum. Dies ist sehr übersichtlich und liegt auf einer Ebene. Hier lassen sich kleine Läden mit allerlei Touri-Bedarf, wie Sanddornlikör, Bonbons oder Tassen auch klassische Fashionstores finden, die von jung bis alt alle bedienen. Bekannte Markenläden, wie Zara oder H&M sind allerdings nicht darunter, das sollte man ggf. wissen. Wir kauften hier in einem kleinen Tee-Geschäft Gummibärchen, Lakritz und eine kleine Schnäpcken-Flasche mit Sanddorn-Whiskey. Nachdem wir uns nun also alle frisch gestärkt hatten und etwas Bummeln waren, ging es für uns weiter Richtung Bansin. Erneut war die Seebrücke unser nächstes Etappenziel. Nur dass wir dieses Mal alle direkt am Wasser entlangliefen, denn meine Mama und ich fanden heraus, dass es zwischen den endenden Wellen und dem beginnenden weichen Sandstrand noch einen recht breiten, festen Sandabschnitt gab, auf dem man den Kinderwagen recht sicher gut schieben können sollte. Und so probierten wir es. Den größten Teil der Strecke konnten wir dann tatsächlich gut mit dem Wagen bewältigen, nur kleine, kurze Abschnitte mussten wir mit vollem Körpereinsatz den Wagen durch die weicheren Sandebenen ziehen, da dort die Wellen bis zum Ende des festeren Abschnittes ausliefen. Aber drei starke Erwachsene sind eine gute Voraussetzung, um diese Herausforderung zu meistern 😉

Oma und Opa ziehen Kinderwagen am Strand

Die Seebrücke Bansin

An der Seebrücke Bansin angekommen, war es zwar noch nicht wieder Zeit, den Kleinen zu stillen und somit hätte es noch nicht wieder zwingend eine Pause geben müssen, aber wir waren ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Und so entschieden wir uns, das schöne Wetter und die wunderbare Seeluft ausgiebig zu genießen und mieteten uns zwei Strandkörbe. Mit günstigen 3 Euro die Stunde war man hier dabei (für ein paar Euro mehr hätte man diese auch einen ganzen Tag mieten können). Und so ließen wir uns in erster Reihe mit herrlichem Blick auf die Ostsee in den Strandkörben nieder und ließen die Seele baumeln. Als der kleine Mann dann wach wurde – vermutlich aus einer Mischung aus Hunger, voller Windel und dem Gefühl, dass sich nichts mehr bewegt – holte ich ihn zu mir und stillte ihn in dieser unglaublich schönen Umgebung. Meine Mama sorgte dann auch umgehend für unser leibliches Wohl und brachte Kaffee und für mich einen heißen Kakao und eine Kugel selbstgemachtes Eis (griechischer Jogurt mit karamellisierten Walnüssen, was wirklich sehr sehr lecker war). Während meine Mama sich eine kleine Auszeit gönnte und die Augen schloss, gingen meine Papa, der Kleine (auf meinem Arm) und ich noch etwas am Strand auf und ab… Das Wetter, die Luft, die warmen Sonnenstrahlen – es war einfach herrlich.

Mama und Sohn im Strandkorb am Strand

Zurück nach Ahlbeck

Nach knapp zwei Stunden packten wir schließlich alles zusammen und machten uns auf den Weg zurück nach Ahlbeck. Dieses Mal allerdings liefen wir die gut ausgebaute Strandpromenade. Und die ist wirklich empfehlenswert. Nicht nur, weil es sich dort toll laufen und den Kinderwagen schieben lässt, sondern weil sie ganz viel für’s Auge bietet. Nahezu alle Häuser (von kleinen über großen Villen bis hin zu stattlichen Hotels in Bäderoptik) sind inzwischen saniert und erstrahlen, sofern schon älteren Bautyps in altem Glanz. Den die drei Kaiserbäder tragen diesen Namen nicht einfach so. Sie alle hatten ihre erste große Blütezeit in der Kaiserzeit, also Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals machten die, die es sich leisten konnten hier Urlaub und verbrachten dazu gern auch die ganzen Sommermonate an der Küste mit ihrer gesunden Seeluft. Den Abend ließen wir ganz ruhig auf dem Sofa ausklingen. Ein leichtes Abendbrot nahmen wir zuvor noch auf dem Rückweg in Heringsdorf bei einem Bäcker ein, wo wir uns die Bäuche mit Salat, frisch mit Käse und Gemüse belegter Laugenstange und überbackenen Paninis vollschlugen.

Teil 2 des Reisebreichts findet ihr hier.

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